Nextcloud mit integriertem Office: Kritische Collabora-Sicherheitslücke prüfen
CVE-2026-110447 wird bereits ausgenutzt. Welche Nextcloud-App betroffen ist und warum Deaktivieren allein nicht genügt.
Schnelle Einordnung · Stand
Wichtig: Wer die Nextcloud-App richdocumentscode nutzt, sollte deren Version sofort prüfen. Betroffene Ausgaben müssen aktualisiert oder entfernt werden. Das bloße Deaktivieren der App reicht laut Hersteller nicht aus.
Sicherheitsupdates im Überblick
| Produkt / Zweig | Zu prüfen | Korrekturstand |
|---|---|---|
| Built-in CODE Server (richdocumentscode) | Versionen vor 26.4.303 | 26.4.303 oder neuer |
| Eigenständiger Collabora-Online-Server | Von diesem Fehler nicht betroffen | Keine Korrektur für diesen Fehler nötig |
Eigenständige Collabora-Online-Server sind von diesem konkreten Fehler nicht betroffen. Bei Nextcloud 29 und älter empfiehlt der Hersteller ein Nextcloud-Upgrade oder die Entfernung der integrierten App.
Was ist passiert?
Collabora veröffentlichte am 14. Oktober 2026 ein kritisches Advisory. Der offizielle CVE-Datensatz dokumentiert bereits erfolgte Angriffe im September und Oktober. Eine Anfrage kann ohne Anmeldung Befehle mit den Rechten des Webserver-Benutzers ausführen.
Wer ist betroffen?
Der Fehler liegt in der optionalen Nextcloud-App Collabora Online – Built-in CODE Server, Paketname richdocumentscode. Nicht jede Nextcloud-Installation verwendet diese App. Ein funktionierender Dokumenteneditor allein zeigt nicht, welche Betriebsform eingesetzt wird.
Der Angriffsweg ist erreichbar, während der integrierte CODE-Server nicht läuft, etwa nach einem Neustart oder Absturz. Das ist keine verlässliche Schutzgrenze. Ein älteres Update gegen CVE-2025-66208 behebt diesen anderen Angriffsweg nicht.
Was sollten Unternehmen jetzt konkret tun?
In der Nextcloud-App-Verwaltung nach richdocumentscode suchen und die installierte Version erfassen. Bei einer betroffenen Ausgabe das Herstellerupdate einspielen oder die App entfernen; Deaktivieren genügt nicht. Anschließend Dokumentenbearbeitung und App-Stand kontrollieren.
Bei Anzeichen unbefugter Zugriffe eine fachkundige Untersuchung veranlassen und relevante Protokolle sichern. Ein installiertes Update allein klärt nicht, ob vor der Aktualisierung bereits ein Zugriff stattgefunden hat.
Wie lässt sich die eigene Betroffenheit einordnen?
Dafür sind App-Version und Bereitstellungsform maßgeblich. Die hier beschriebene allgemeine Warnung ist kein Befund über deine eigene Nextcloud. krelIT kann den tatsächlich eingesetzten Stand im vereinbarten Prüfumfang mit den Herstellerangaben abgleichen.
Offizielle Quellen und weiterführende Hinweise
- Collabora: Hersteller-Advisory vom 14.10.2026 ↗
- CVE-2026-110447: Offizieller Datensatz und Ausnutzungsstatus ↗
- CVE-Programm: Maschinenlesbarer Originaldatensatz ↗
Diese Einordnung ist eine allgemeine Information und kein Nachweis, dass ein konkreter Server betroffen oder kompromittiert ist. Angaben entsprechen dem oben genannten Redaktionsstand.
Sicherheitscheck / Care+
Nextcloud-App und tatsächlichen Patchstand gemeinsam prüfen.
Wir betrachten das tatsächlich eingesetzte System und legen gemeinsam fest, welche Aktualisierungen oder Folgemaßnahmen sinnvoll sind.